Realschule am Rhein

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Home Schulleben Kursfahrten Kursfahrt Sozialwissenschaften 2010/ 2011

Kursfahrt Sozialwissenschaften 2010/ 2011

Kursfahrt  nach Berlin 2010
Am Mittwoch den 29.9. um 8.00 Uhr trafen sich die Schüler aus dem SOWI-Kurs von Frau Sassmannshausen vor der Schule. Herr Konrad fuhr als zweiter Lehrer auch mit.

Der Bus kam zu spät und bis alle drin saßen und es losgehen konnte war es schon 9 Uhr. Die Busfahrerin fuhr konstant 90 km/h und machte alle zwei Stunden eine Pause. So kam es, dass wir gegen 15 Uhr in Potsdam ankamen, wo es die erste Sehenswürdigkeit zu betrachten gab - das Schloss Sanssouci. Das Schloss mit großem Schlosspark wurde 1745 vom preußischem König Friedrich dem Großen gebaut und entpuppte sich als reiner Irrgarten. Mittelpunkt des Parks ist ein großer Springbrunnen. Um vom Brunnen zum Schloss zu gelangen, muss man über mehrere Terrassen gehen, welche früher Weinberge waren.
Zwei Stunden später saßen wir wieder im Bus und gegen 21 Uhr kamen wir in unserem Hostel in Berlin-Mitte an. Es gab ein Sechser- und ein Viererzimmer jeweils für Jungen und Mädchen. Wir durften uns selber in die Zimmer einteilen. Unser Zimmer lag im 5. Stock. Die Zimmer waren verhältnismäßig sauber, im Gegensatz zu dem, was man sonst von Klassenfahrten gewohnt ist. Nachdem wir unsere Zimmer gemacht hatten, liefen wir noch ein bisschen in Berlin-Mitte rum. Als wir vor die Tür gingen, merkten wir, dass es doch ein paar Grad kälter war, als wir gedacht hatten. Mit dem Stadtteil Berlin-Mitte konnte man nicht besonders viel anfangen. Es gab schon Restaurants und Supermärkte, allerdings waren diese Läden weiter von einander entfernt als man das sonst von Köln gewohnt ist. Irgendwann fanden wir dann aber doch einen Pizza-Laden. Die Vorfreude auf etwas zu essen wurde aber von der Qualität der Pizza schnell wieder gebremst.
Um 23 Uhr waren wir wieder am Hostel und alle gingen sofort schlafen, damit wir am nächsten Morgen ausgeruht waren.
Am nächsten Morgen hieß es um 8 Uhr aufstehen. Das Frühstück war dann aber im Gegensatz zu den Zimmern doch sehr "klassenfahrtmäßig". Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus zur East-Side Gallery in Friedrichshain. Gegenüber vom Haupteingang der o2 World ist der größte erhaltene Rest der Berliner Mauer. Eigentlich bildet die Spree an dieser Seite die Grenze. 1990 wurde die Galerie eröffnet, die insgesamt 106 Bilder von 118 Künstlern umfasst. Da viele Bilder im Laufe der Jahre von Wetter und Graffiti stark beschädigt wurden, wurden sie 2008 für 2,2 Millionen Euro renoviert. Nachdem wir alle Bilder betrachtet hatten, fuhren wir mit dem Bus zur Prachtstraße „Unter den Linden.“ Da es dort sehr viele Touristenläden gibt und wir in jeden einzelnen reingucken mussten, dauerte es eine Stunde, bis wir am Brandenburger Tor ankamen. Am Brandenburger Tor gab es wie überall in Berlin unglaublich viel zu sehen und zu fotografieren. Da wir kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor waren, konnten wir nur die eine Hälfe des Tors sehen. Die andere Seite war abgesperrt. Hier waren Buden und Dixi-Klos aufgebaut. Vom Tor gingen wir weiter zum Holocaust Mahnmal Stelenfeld, dass an die Ermordung von über sechs Millionen Juden erinnert. Das Mahnmal besteht aus 2711 Betonsteinen. Unter dem Platz ist noch ein Video Archiv, der sogenannte „Ort der Information".
Allein der Bau des Archivs hat über zwei Millionen Euro gekostet. Insgesamt hat das Grundstück einen Wert von ca. 40 Millionen Euro.
Wir gingen weiter in das Regierungsviertel und besuchten Frau Müller in der Hessischen Landesvertretung. Mit Frau Müller haben wir sehr ruhig über Gesetze diskutiert und darüber, dass Lehrer zu wenig Anerkennung in der Gesellschaft erfahren. Nach unserem kurzen Besuch in der Landesvertretung hatten wir etwas Zeit, um am Potsdamer Platz rumzulaufen.
Zum Abschluss des Tages machten wir noch eine ausgedehnten Besichtigung des „The Story of Berlin“ Museum. Zur Führung gehörte auch eine Besichtigung eines Atomschutzbunkers aus dem Kalten Krieg. Im Notfall hätten 3592 Menschen für 14 Tage Schutz. Nach 14 Tagen fallen die Luftfilterungsanlagen und der Strom aus. Im eigentlichen Museum haben wir dann eine Art Ralley gemacht bzw. wir haben ein Arbeitsblatt bekommen, das wir durcharbeiten sollten. Das Museum hat 23 Themenräume, in den verschiedene Geschichtsabschnitte präsentiert werden. Insgesamt werden 800 Jahre Stadtgeschichte vorgestellt.
Am Abend fuhren wir nach einem anstrengenden Tag zum Hostel zurück. Als wir endlich in unserem Zimmer im fünften Stock angekommen waren, gingen wir auch bald schlafen. Der letzte Morgen in Berlin begann um 7Uhr45. Nach dem Frühstück machten wir die Zimmer sauber und packten unsere Sachen. Als wir unser Gepäck im Bus, der wie immer zu spät kam, verladen hatten, waren wir eigentlich soweit, nach Hause zu fahren. Aber auf uns wartete ja noch das Highlight unseres Trips. Wir fuhren zum ehemaligen Stasi-Gefängnis im Stadtteil Hohenschönhausen. In diesem Gefängnis wurden politische Gefangene festgehalten und psychisch gefoltert, indem sie zu niemandem außer einem Verhörer Kontakt hatten. Jemand führte uns durch viele Räume wie z.B. das Verhörzimmer, Gefängniszellen oder einen überwachten kleinen ummauerten Ort, wo man sich halbwegs frei bewegen konnte. Dieser Ort war gleichzeitig das Ende der Führung als auch das Ende unseres Aufenthalts in Berlin.
Wir verabschiedeten uns von unserem Führer und traten die Heimreise nach Köln an. Die Fahrt nach Hause dauerte noch mal zwei Stunden länger als die Hinfahrt. Gegen 19 Uhr kamen wir an und waren entlassen.

 

 

Von Moritz Luczak, Klasse 9a