Realschule am Rhein

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Autorenlesungen

Um unseren Schülerinnen und Schülern das Lesen etwas schmackhafter zu machen, haben wir in den letzten Jahren wiederholt Autoren zu Lesungen und Gesprächen an unsere Schule eingeladen. Mila Lippka, Mirijam Günter und Lutz van Dijk haben den Anfang gemacht. Weitere Autorenlesungen werden folgen …

 

Lutz van Dijk

Am 1. Juni 2011 war Lutz van Dijk, der in Südafrika lebende Autor von „Township Blues“ und „Themba“, zu Besuch an der Realschule am Rhein. Mit den Schülern der 7. und 8. Klassen sprach er über seine Bücher und sein Lebenswerk HOKISA, eine Stiftung für Kinder in Südafrika, die von AIDS betroffen sind.

Lutz van Dijk hatte viele Bilder von HOKISA mitgebracht

 

Paulina Rath (8a) hat die Ereignisse des Tages in einer Reportage festgehalten:

 


Ein Tag mit Lutz van Dijk

Eine Reportage von Paulina Rath

 

Am Mittwoch, den 1. Juni 2011, war es so weit: der Autor Lutz van Dijk besuchte unsere Schule, die Realschule am Rhein.

Bevor Lutz van Dijk ankam, sollte alles perfekt vorbereitet sein. In der Aula der Schule wurden Stühle in eine Reihe gerückt, Obst und Getränke für den Autor waren schon auf einem kleinen Tisch aufgestellt. Beamer und Laptop wurden für den späteren Kurzfilm angeschlossen und auf der Tafel war ein großes „Herzlich Willkommen“ geschrieben. Alle Beteiligten waren in Hektik, denn der Zeitdruck war groß.

Als dann alles fertig war, wurden wir von der Vorbereitung entlassen und durften zurück in den Klassenraum. Auf der Treppe sahen wir durch ein Fenster einen Mann mit einem Rollkoffer. „Das muss Lutz van Dijk sein“, sagte Charlotte, die ihn zuerst entdeckt hatte. Schnell und aufgeregt liefen wir runter und hielten Lutz van Dijk die Tür auf. Freundlich stellte dieser sich vor und wir brachten ihn zu unserer Lehrerin.

Wir durften in der Klasse sein und reden, denn bevor Lutz van Dijk sich bei den Achtklässlern vorstellte, erzählte er den Schülern aus den 7. Klassen etwas über Afrika und das Buch „Township Blues“.

 

 

Lutz van Dijk erzählt Siebtklässlern, wie „Township Blues“ entstand

 

Nach knapp einer Stunde wurden auch wir hochgeholt. In der Aula angekommen, setzten sich sofort alle hin. Lutz van Dijk stellte sich kurz vor und erzählte über HOKISA, das Heim, das er für aidskranke Kinder und Jugendliche gegründet hatte. Viele Schüler waren beeindruckt, aber auch gleichzeitig verwirrt, dass dieser Mann für aidskranke Kinder sein Leben in Deutschland aufgegeben hatte. Er antwortete darauf: „Was haben wir denn davon, wenn es mich als glücklichen Menschen in Deutschland gibt, aber in Afrika tausend Kinder unglücklich sind?! Also bin ich nach Afrika gegangen, um wenigstens ein paar Kinder wieder glücklich zu machen. Jetzt lebe ich dort und bin noch glücklicher als in Deutschland, denn ich weiß, dass ich etwas Gutes getan habe.“ Jetzt waren alle noch beeindruckter und fanden Lutz van Dijk noch sympathischer.

Er stellte uns noch ein paar Kinder aus HOKISA vor, die schon in jungen Jahren etwas besonders Schlimmes erlebt hatten. In dem Kurzfilm, den er uns zeigte, stellten sich einige Mitarbeiter vor, und der Alltag in dem Heim wurde uns gezeigt. Immer wieder riefen Schüler „wie süüüüß“ oder „wie niedlich die sind …“, als kleine Kinder zu sehen waren.

Am Ende des Films wurden noch einige Fragen gestellt und beantwortet. Wir bedankten uns bei Lutz van Dijk mit einem lauten Applaus und Paul aus der 8b überreichte ihm ein kleines Buch über Köln, in dem alle Achtklässler unterschrieben hatten. Er freute sich sehr darüber und bedankte sich. Dann ging er aus der Tür, um seinen Zug nicht zu verpassen, der ihn nach Dresden zum Kirchentag bringen sollte. 

 

Aufmerksam hören die Schüler der 8. Klassen Lutz van Dijk zu

 

 


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Projekt „Mehr zu fürchten als den Tod“ (Schuljahr 2009/10; ein fächerübergreifendes Projekt der Klassen 9a-c)

 "Los, Polacke! Arbeite!“ Einer der deutschen Vorarbeiter, die die Straßenreparaturen überwachten, brüllte Kolja an. - mit diesen Worten beginnt der Roman von Mila Lippke, den unsere 9. Klassen im Deutsch- und Geschichtsunterricht bearbeitet haben. Der Roman spielt in Köln im Winter 1940. Kolja, ein junger polnischer Zwangsarbeiter, wird zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Die 16-jährige Marie, die mit ihrer Familie in einem Mehrfamilienhaus am Thürmchenswall wohnt, weiß von seiner Unschuld. Sie verliebt sich in Kolja und setzt alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei begibt sie sich in höchste Gefahr, denn sie hat es nicht nur mit einem Mörder zu tun ...

Eine Ausstellung im Eingangsbereich der Schule zeigt eindrucksvoll, zu welch kreativen Beiträgen der Roman unsere Schüler inspiriert hat.

Höhepunkt des Projekts waren sicherlich die Autorengespräche, die jede der drei Klassen am 8. Juni 2010 mit Mila Lippke hier bei uns in der Schule führen durfte. Mila Lippke las den Schülerinnen und Schülern zunächst ihre Lieblingsstelle vor, dann beantwortete sie Fragen – über das Buch, über ihre Arbeit als Schriftstellerin und ein bisschen auch über ihr Privatleben.

Den Abschluss des Projekts bildete eine Spendenaktion zugunsten der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsradikalismus (ibs). Unter dem Motto „Bunt statt braun“ wurde in der Pause Kuchen verkauft, bunte Bonbons wurden verteilt und die Mitschüler zu Toleranz und einem gewaltfreien Miteinander aufgerufen.